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Klagenfurt. Am Sonntag, 3. Jänner 2010, erklärten die Kärntner Standesämter ihre Verweigerung der so genannte „Homo-Ehe“. – Boykott wird angedroht.
Johann Ertl, Pressesprecher des Verbands Kärntner Standesämter gab gestern bekannt, dass ab heute, 4. Jänner, auf unbestimmte Zeit die Anerkennung der eingetragenen Partner_innenschaft verweigert werde. „Wir wollen diesen Verstoß gegen die guten Sitten und den offensichtlichen Angriff auf die Institution der österreichischen Familie aufzeigen“, so Ertl. Die Kärntner Standesämter würden diesen Bruch mit guten Traditionen nicht mittragen und das Gesetz solange verweigern, bis die Politik wieder zur Vernunft komme und das Gesetz für die eingetragene Partner_innenschaft Homosexueller zurückziehe. Aufgrund des plötzlichen Aufschreis wird die Inkraftsetzung des Gesetzes aufgeschoben. FPÖ/FPK und ÖVP begrüßen diese Entwicklung. Die Debatte um die eingetragene Partner_innenschaft entfacht erneut.
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CD-Tipp
Meine Schuld, Meine Schuld,
Meine Große Schuld
Mit ihrem zweiten Album haben Kreisky die Messlatte wieder höher gelegt. Harte Riffs gepaart mit typischem Wiener Akzent und einer Prise Zynismus sind die Zutaten für unser Indierock-Album des Jahres. Wer hier politische Statements sucht, ist (leider) fehl am Platz, denn alle bekommen auf diesem Album ihr Fett ab. Leadsänger Adrian Wenzel, der auf den Bühnen Österreichs auch als Freddy-Mercury-Verschnitt “Austrofred” tourt oder in seinem Buch “noch in Schilling rechnet” treibt mit Liedern wie “Auf Ledersitze weint man nicht” oder “Die dummen Schweine” den Sarkasmus gewohnt auf die Spitze. Trotzig sein ist hier Programm und das wird auf diesem Album in Lieder gegossen, die kein Auge trocken lassen. Kreisky hören mach Spaß – wieder, wieder und wieder.
Buchtipp
Angriff auf die Freiheit
“Eigentlich läuft alles ganz prima, aber trotzdem brauchen wir mehr Überwachung” (Angela Merkel)
An jeder Ecke lauert die “Gefahr des Terrorismus”. Wer auf diese noch nicht anspringen sollte, bekommt den Kampf gegen Kinderpornografie, rechtsextremistische Propaganda oder Frauenhandel. Wer konkrete Angaben oder gar Beweise fordert, “verharmlost die Gefahr” und macht sich “zur/zum Mittäter_in”. Das alles, nur um einen weiteren Abbau der Grundrechte für “mehr Sicherheit” zu rechtfertigen. Die Autor_innen Ilija Trojanow und Juli Zeh enttarnen sehr gelungen die fadenscheinigen Argumente, ohne sich der Versuchung von Verschwörungstheorien hinzugeben. Der Appell ist eindeutig: “Wir sind dabei, unsere persönliche Freiheit gegen ein fadenscheiniges Versprechen von Sicherheit einzutauschen. Ein autoritärer Staat kann jeden Protest im Keim ersticken, mit Hilfe von Gesetzen, die heute verabschiedet werden, um uns angeblich zu schützen.” Absolut Lesenswert! 170 Seiten, Verlag Hanser, 14 Euro
Kinotipp
Avatar – Aufbruch nach Pandora
James Cameron (Titanic) setzt mit seinem neuen Film einen Meilenstein in Sachen Filmtechnik.
Er griff für die Produktion tief in die Tasche und gab rund 250 Millionen Dollar aus. Avatar überzeugt durch innovative 3D-Technik und schafft es so erstmalig, dreidimensionalen Figuren Tiefe zu verleihen. Der Regisseur spielt mit intensiven Farben und beeindruckt durch schnelle Bildwechsel.
Abgesehen von den Aufnahmen und der neuen Technik hat er aber wenig zu bieten. James Cameron lehnt sich zu sehr an dem bekannten Walt Disney Film Pocahontas an.
Ein Konzern baut Erz auf dem Planeten Pandora ab und zufälligerweise befindet sich das größte Vorkommen dieses Erzes unter dem Dorf der Na’vi. Ein Marine wird als „Avatar“ in das Naturvolk der Na’vi eingeschleust und soll es dazu bewegen, seine Heimat zu verlassen, um den Abbau zu ermöglichen. Der Film kommt ohne Klischees nicht aus, was sich besonders am Ende zeigt: Der„böse weiße Mann“ verliebt sich in eine Na’vi Frau.
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Joomla, Twitter, Blogosphäre?
Wer schon immer mehr übers Internet wissen wollte, ist im Workshop Web 2.0 genau richtig: Hier werden Fragen rund um den Cyberspace restlos geklärt.
Angefangen damit, was genau dieses Web 2.0 denn nun wirklich ist, behandelt der Workshop die verschiedenen Formen des Social Networks. Facebook und Twitter sind längst keine Fremdwörter mehr. Ein Großteil der Jugendlichen ist bereits auf einer dieser Homepages angemeldet.
Neben vielen interessanten Inputs, der laut Teilnehmerin Sandra H. auf einer leicht verständlichen Ebene vermittelt wird, hält sich der Workshop auch klar an das „Learning by Doing“-Prinzip. Die Teilnehmer_innen bilden zwei Gruppen, die jeweils ihren eigenen Blog gestalten. Das Geschehen auf der Medienwerkstatt nehmen die engagierten Web-Teilnehmer_innen dabei ganz genau unter die Lupe.
Die Ergebnisse dieser Arbeit stehen bereits seit gestern Abend online, die wichtigsten Neuigkeiten werden rund um die Uhr gepostet.
www.mewestalking20.wordpress.com
www.workshopstalking2010.wordpress.com
Digitaler Obstsalat
Unter der Leitung von Bernadette Schöffl und Sebastian Fürlinger alias Fluffy lernen die talentierten Grafiker_innen, wie man eine MeWe-Zeitung layoutiert und bearbeitet. Die rund 15 Layoutgött_innen arbeiten mit den Programmen Photoshop und InDesign. Am ersten Workshoptag versuchte sich die Gruppe im Gestalten von „Fruchtmännchen“. Die Teilnehmer_innen schnitten dazu Bananen, Kiwis und etliches anderes Obst „mit Hilfe von Pfaden und ohne Zauberstab“ aus. Man sieht, obwohl die Gruppe noch am Anfang steht, beherrscht sie schon das Fachjargon. Auf die Frage, ob die Augen mit der Zeit nicht eckig würden, antwortete ein fachkundiger Stefan „Seit s Facebook gibt, geht das schon.“ Eigentlich ist es „cool wie immer“, nur ein paar mehr Rauchpausen würden gefallen.
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22.00 Uhr. Die Party begann und sollte bis in die frühen Morgenstunden nicht enden. Den musikalischen Anfang machte D-Jane Referentin Miss Elektrik. Da sie am nächsten Morgen wieder frisch und munter weiter referieren musste, konnte sie nicht den ganzen Abend auflegen. Aber auch die Klassiker fanden ihren Weg um die tanzende Menge zu rocken. Von „Moskau“ bis „Disco Partizani“ hin zu „Riverside“ war alles dabei. Nur selten ist die Solidarität unter den Seminarteilnehmer_innen mehr zu spüren als beim Tanzen. Wenn Schulter auf Schulter trifft und Beine zu „Moskau Moskau“ in die Höhe geworfen werden, ist der Höhepunkt der Party erreicht.
Auch die Barkeeper_innen leisteten von Anfang an ihren Beitrag. Sie mixten Cocktails, schenkten Bier aus und füllten die Snack-Schalen. Trotz der anstrengenden Aufgabe wurden sie nicht leichtsinnig. Sätze wie „Leg das Geld auf den Tisch! Du bringst mich nicht um!“ wurden häufig vernommen. Gegen 2:30 Uhr begann das Organisations-Team (Org-Team) die Musik ruhiger zu gestalten, um die Party ausklingen zu lassen. Doch die MeWe-Menschen ließen sich nicht unterkriegen und feierten fleißig weiter bis rund 4:30 Uhr. Dann wurde kollektiv – also vom Org-Team – zusammengeräumt. So gab es der Jugendherberge die Möglichkeit, auch andere Gäste in ihr Haus zu lassen, ohne ein Chaos vorzufinden.
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Die Medienwerkstatt (MeWe) geht in die fünfzehnte Runde. Wieder einmal haben die angebotenen Workshops über 140 interessierte Jugendliche angelockt, alles Mögliche rund um Medien zu lernen. Sind es wirklich die Workshop-Themen oder doch eher die Partys, die die MeWe so anziehend machen?
Vanessa Gaigg, 19 Jahre:
„Ich bin dieses Jahr bereits zum sechsten Mal auf der Medienwerkstatt. Dieses Jahr besuche ich den Workshop für Kommunikation und Medienguerilla. Vor Jahren bin ich durch die aks zur MeWe gekommen und ich finde es nach wie vor toll. Die Leute sind cool und die Partys sind super.“
Melanie Schaur, 17 Jahre:
„Das hier ist meine erste MeWe, ich war aber schon mal auf der politischen Werkstatt (PoWe). Dazu gekommen bin ich durch die Sozialistische Jugend (SJ). Ich gehe in den Workshop Web 2.0 und finde es super. Vor allem die Workshops interessieren mich sehr.
Tobi Stadler, 19 Jahre:
„Ich bin heuer zum zweiten Mal auf der Medienwerkstatt. Auch wenn ich davor schon mal was davon gehört habe, bin ich erst durch die aks zur MeWe gekommen. Ich mache Digitale Fotografie. Auch wenn ich es schade finde, dass es dieses Jahr den Kurs für analoge Fotografie nicht mehr gibt, gefällt es mir hier sehr gut.“
Jakob Selinger, 18 Jahre:
„Das hier ist meine zweite MeWe. Ich mache den Workshop für digitale Fotografie und ich finde es super hier. Trotz der Partys sind es eindeutig die tollen Workshops und die interessanten Medienthemen, die dieses Seminar vorrangig für mich spannend machen.“
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Ein simples Spiel hinterlässt blutige Spuren und verbreitet Angst und Schrecken. Das mittlerweile zur Tradition gewordene Mörder_innenspiel führt zu spontanen Panikattacken und Angstschreien.
Aufgabe der Spielteilnehmer_innen ist es, ein mittels Los bestimmtes Opfer durch Überreichen eines willkürlichen Gegenstandes aus dem Spiel zu eliminieren. Man stirbt somit nicht durch mordende Hände, sondern durch Schlüssel, Becher oder jeden anderen angenommenen Gegenstand.
Motiviert durch einen in Aussicht gestellten unbekannten Preis beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben. Seit Beginn des Spieles hat die Unachtsamkeit oder Gutgläubigkeit einiger potentieller MeWe-Mörder-innen zum Ende des eigenen Lebens geführt.
Ein scheinbar freundliches Angebot wird zum Verhängnis. Spätestens wenn das eigene Gesicht durchgestrichen ist oder bis zur Unkenntlichkeit beschmiert wurde, weiß man, dass das eigene Morden von nun an vorbei ist.
Einige schaffen es jedoch, jedem listigen Angriff zu entgehen und entwickeln noch listigere Taktiken, um Mitstreiter_innen auf dem Weg zum Ziel loszuwerden. Ein zufälliges Stolpern, bei dem der Laptop in letzter Sekunde überreicht wird, eine spontane Atemnot, inszeniert um die eben gelesene „Ente, Ente, Gans“ in die Hand des Opfers zu drücken oder ein kurzes „Halt’ mal!“, zählen wohl zu den beliebtesten Tatwaffen.
Hinter jeder Ecke lauert die Gefahr, kaum jemand scheint vor der mordlustigen Gesellschaft sicher zu sein. Trotz der Fülle an tückischen Fallen halten sich die Workshoper_innen in ihrer Motivation und lassen sich das Leben auf der MeWe nicht vermiesen. Ganz im Gegenteil scheinen sie die Zeit umso mehr zu genießen.
In diesem Sinne, liebe MeWe-Teilnehmer_innen, seid wachsam und geht nicht in das Licht!
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Integrationsdebatten haben eine neue Art der Gesprächskultur erreicht. Die neuen Argumente sind nicht nur aggressiver, sondern auch schwieriger zu entdecken. Es vergeht kein Wahlkampf, in dem Migrant_innen nicht als Gefahr für unsere Gesellschaft dargestellt werden.
Der Rassismus bleibt derselbe, nur sein Auftritt verändert sich. War es früher noch offensichtlich, wenn am Stammtisch gerülpst wurde, dass Migrant_innen Arbeitsplätze wegnehmen, beruft sich das rechte Eck heute auf liberale Werte. Es wird auf Grundrechte verwiesen, wie zum Beispiel die Gleichberechtigung der Frau, um im gleichen Atemzug ein Kopftuchverbot einzufordern. Die Islamophobie der heutigen Rechten ist nichts anderes als liberal getarnter Rassismus.
Es gilt, diese fadenscheinigen Argumente zu enttarnen und politische Gegenkonzepte anzubieten. Derzeit sieht es so aus, dass etablierte Parteien in diesen fremdenfeindlichen Tenor mit einstimmen. Progressive Kräfte hier und in ganz Europa sind jetzt mehr denn je gefordert, diesem Trend einen Riegel vorzuschieben.
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Integration ist zu einem der Hauptthemen in Wahlprogrammen sämtlicher Parteien geworden und legt immer mehr an Bedeutung zu – sei es die Kopftuch–Debatte oder die Schweizer Volkabstimmung über einen Minarettenbau. Continue Reading »
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In einem Exklusiv-Interview erzählt MeWe-Methusalem Peter Kollroß, Leiter des Workshops „Digitale Fotographie und Bildbearbeitung“ von seiner MeWe-Laufbahn. Ein anonymer Workshop-Teilnehmer sagt über ihn: „Er ist sehr witzig, ein toller Typ. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sein Bart täglich länger wird.“ Aber was sagt Pjotre? Continue Reading »
Posted in EnteEnteGans - Die MeWe-Zeitung, Interview | Tagged Fotoworkshop, mewe2010, Pixelkinder, Pjotre | Leave a Comment »